Aus „Miegelweg“ wurde „Igelweg“. :-)

Der Name „Igelweg“ war die Idee einiger Anwohner. Bei einer Umfrage unter den Anwohnern war die Mehrheit für diesen Namen.


Der Miegelweg (2016) in Badenstedt wird, wie vom Beirat „Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ empfohlen, umbenannt.

Begründung

Der aufgrund des entsprechenden Ratsbeschlusses eingesetzte Beirat „Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ empfiehlt in seinem jüngst vorgelegten Gutachten die Umbenennung des Miegelwegs in Badenstedt. Zur Namensgeberin Agnes Miegel (1879-1964; Dichterin in Königsberg, seit 1946 Apelern, 1948 Bad Nenndorf) stellt er fest:

Agnes Miegel war als Dichterin in Königsberg einer unpolitischen Heimatdichtung verpflichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte in ihrer literarischen Entwicklung eine übersteigerte Ostpreußen-Hymnik ein. Ihre nationalistisch eingebettete Heimatverbundenheit ließ sie in das Kielwasser der NS-Ideologie geraten.

(2) Nach 1933 Mitgliedschaften
Miegel übernahm Vorstandsfunktionen in dem auf Veranlassung des Propagandaministers gegründeten Reichsverband Deutscher Schriftsteller. In der NS-Frauenschaft (1937) und der NSDAP (1940) wurde sie Mitglied.

(3) Nach 1933
Miegel stellte ihre Dichtung in den Dienst des Regimes. Sie „zeigt ihre freudige und dankbare Bejahung des Drittes Reiches, ihre verehrungsvolle Liebe zu unserem Führer und Helden Adolf Hitler“ in dem Huldigungsgedicht „Dem Führer!“ (1938). Völkische, nationalistische und antisemitische Tendenzen kommen in „Werden und Werk“ (1938) mehrfach zum Ausdruck. Reichsleiter Martin Bormann, einer der höchsten Repräsentanten der NSDAP, spricht im Jahr 1938 ein Grußwort zum 60. Geburtstag der Dichterin im Reichssender Königsberg. Hitlers Feldzug gegen Polen begleitete Miegels Gedichtband „Ostland“ (1940) kriegsverherrlichend. Nach Kriegsende hat Miegel es abgelehnt, sich öffentlich mit ihrer NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen (Zitat: „Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemandsonst.“).

(4) Fazit
Miegel war eine kontinuierlich arbeitende Stütze des NS-Regimes im publizistischen Betrieb der Diktatur seit 1933. Sie hat aktiv den Nationalsozialismus vertreten und die Verherrlichung des „Führers“ literarisch gestaltet. Miegel hat damit im Bereich der Kultur das NS-Regime als Unrechtssystem, auch mit Blick auf den Antisemitismus, maßgeblich gefördert.
(Quelle: https://e-government.hannover-stadt.de/)