Stadt wagt Wildnis!

Stadt wagt Wildnis!

Stadt wagt Wildnis!

Text Infotafel:Es wird wild in Badenstedt

Im Rahmen des Projektes „Städte wagen Wildnis“ wird auf mehreren Flächen in Hannover eine naturnähere, wildere Entwicklung der Vegetation angestrebt. Auf der neu angelegten Weide in Badenstedt soll mit Hilfe der robusten schottischen Galloways eine Art Hutwald entstehen. Durch den Verbiss der Rinder werden sich vereinzelte Gehölze entwickeln, die in einer artenreichen Krautschicht am Boden eingebettet sind. Der Unterschied zu einer herkömmlichen Weide ist hierbei die Anzahl der Tiere und die Verweildauer. So stehen auf der Fläche nur vier Rinder, die auch lediglich für wenige Wochen dort verbleiben.“

Wer sich besser über diese Maßnahme informieren möchte, dem sei dieser Link empfohlen.


Auch im Bezirksrat war die „Wiese“ schon Thema:

Sitzung des Stadtbezirksrates Ahlem-Badenstedt-Davenstedt am 16.02.2017, TOP 6.4.1.
In Badenstedt, im Gebiet der Lenther Chaussee und des Jugendtreffs „Eldorado“ plant die Stadt im Rahmen des Projekts „Stadt wagt Wildnis“ die zeitweise Ansiedlung einer Herde Galloway-Rinder im Bereich des Fössezuges auf extensiver Begrünung. Die geplante Weide ist bereits durch das Forstamt Hannover mit einem Zaun eingegrenzt worden.

Ich frage dazu die Verwaltung (Bezirksratsfrau Julia Grammel):

1. Etwa 1.000 Meter stadtauswärts weiden an der Lenther Chaussee bereits seit Jahren Galloway-Rinder vor der Stadtgrenze gegenüber dem Waldstück „Auf dem Butterbrinke“.
Handelt es sich
a. dabei um die Tiere, die später auf dem eingezäunten Areal an der Fösse stehen werden oder
b. siedelt die Stadt Hannover dort eine weitere Herde an?
Mit welcher Begründung jeweils?

Antwort: Zu 1. a. und b.: Ja, es handelt sich um dieselben Tiere. Wir arbeiten seit vielen Jahren vertrauensvoll mit dem Landwirt zusammen. Dies ist zudem die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Lösung.

2. Wie hoch sind die anfallenden Kosten durch die Einzäunung und die Begrünung, die die Stadt Hannover übernimmt und gibt es im Fall a. hierbei auch eine Entschädigung des Halters der bereits bestehenden Herde für Umsiedlung und Weidung?

Antwort: Ziel des Projektes ist, den natürlichen Prozessen Vorrang einzuräumen, daher fallen keine Kosten für eine Begrünung an. Die Kosten für die Luftbildauswertung und Kampfmittelsondierung, die Herrichtung der Fläche sowie den Bau des Weidezauns belaufen sich auf ca. 11.000,00 €. Das Projekt wird zu 75% durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.
Zu 2. (2. a.): Hierfür entstehen keine Kosten.

3. Werden durch das Projekt und die spezielle Ansiedlung besondere Erkenntnisse gewonnen, die z. B. für die Veterinärmedizin oder die Biologie wissenschaftlich verwertbar sein können?

Antwort: Das Projekt wird wissenschaftlich u.a. durch die Leibniz Universität Hannover begleitet, wobei keine veterinärmedizinischen, wohl aber umfassende Untersuchungen zu der Entwicklung von Flora und Fauna auf der Fläche vorgenommen werden. Parallel zu diesem ökologischen Monitoring wird während der fünfjährigen Projektlaufzeit eine sozialwissenschaftliche Evaluierung durchgeführt. Die Ergebnisse werden nach Abschluss des Projektes ausgewertet.
(Quelle)