STRAßEN A bis Z

Die Straßennamen können viel über die Geschichte einer Stadt erzählen. Sie geben Auskunft darüber wer hier einmal gewohnt und gewirkt hat. Oftmals bleiben regionale Persönlichkeiten hier für die Ewigkeit erhalten. In Badenstedt ist das nicht anders. Von A wie Albrech-Schaeffer-Weg bis Z wie Ziesenißstraße.

Straßen in alphabetischer Reihenfolge:


Albrecht-Schaeffer-Weg
Albrecht Schaeffer war ein deutscher Schriftsteller. Er wurde am 6. Dezember 1885 in Elbing geboren, wuchs aber als Sohn des Architekten Paul Schaeffer in Hannover auf, wo er auch das Abitur ablegte. Von 1911 bis 1915 lebte er als freier Schriftsteller in Hannover, danach in Berlin. 1939 emigrierte Schaeffer in die USA. Er kehrte 1950 nach Deutschland zurück. Im selben Jahr verlieh man Schaeffer in Hannover den Niedersächsischen Staatspreis und in diesem Jahr starb er auch in einer Münchener Straßenbahn an einen Herzanfall. Begraben ist er auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover.


Am Ihlpohl
Diese Straße liegt im äußersten Osten von Badenstedt, an der Grenze zu Linden. Sie wurde bereits 1877 angelegt und befindet sich dort, wo einst eine Eisenbahnlinie von Linden-Fischerhof zum Bahnhof Küchengarten verlief.
Der Name Ihlpohl leitet sich von dem Blutegelteich ab (Ihl = Blutegel), der sich an dieser Straße befindet.


Am Immenkampe
Diese Straße bekam 1927 ihren Namen. Das Wort „Imme“ stammt aus dem althochdeutschen und bedeutet „Biene“. Das Wort „Kamp“ stammt aus dem lateinischen (campus) und bezeichnet ein abgemessenes Stück Land. Demzufolge standen auf diesem Stück Land einmal Bienenstöcke.


Am Lohgraben
Die Straße war um 1890 ein Feldweg und bekam 1909 ihren jetzigen Namen. Ein Jahr später wurden hier die ersten Genossenschaftshäuser in Badenstedt errichtet. Bauträger war ein Vorläufer der heutigen WGH. Das Wort „Loh“ bedeutet hier soviel wie „sumpfige Stelle“ und gibt Auskunft über den Wasserreichtum in dieser Gegend.


Am Soltekampe
Die Straße hat ihren Namen seit 1909. Er setzt sich zusammen aus den Wörtern „Sole“ und „Kamp“. Eine Sole ist eine Salz-Wasser-Lösung, aus der in Salinen Salz gewonnen wurde. Hierbei soll an die Saline „Egestorffshall“ erinnert werden, die hier von 1831 – 1965 stand.
Der Ausdruck „Kamp“ leitet sich vom lateinischen Wort „campus“ ab und bezeichnet ein abgemessenes Stück Land.


Amselgasse
Wurde 1931 benannt. Nach der Amsel oder auch Schwarzdrossel. Die Amsel (Turdus merula) gilt als die am weitesten verbreitete Drossel in Europa. Sie ist bis in den Mittleren Osten und China verbreitet. Durch europäische Siedler sogar bis nach Australien.
Amselmännchen erreichen eine Größe von bis zu 29 cm und ernähren sich von Regenwürmer, Schnecken, Obst und Beeren.


An den Papenstücken
Diese Straße wurde 1926 erbaut. Das Land war früher einmal im kirchlichen Besitz („Papen“ kann man mit „die Päpstlichen“ gleichsetzen). An der Straße wurden 1926 von der Wohnungsgenossenschaft „Gartenheim eG“ Doppelhaushälften mit großen Gärten gebaut, die in Krisenzeiten zur Ernährung der Bevölkerung beitragen sollten.


Auf den Kirchstücken
Diese Straße bekam 1936 seinen Namen. Das Gebiet gehörte ehemals der Martinskirche in Linden. Der Name „Kirchstücken“ erinnert daran.


Auf der Kuhbühre
Die Straße wurde 1926 benannt. 1927 wurden hier Doppelhäuser gebaut mit großen Garten und Stallungen, damit man sich im Notfall selbst versorgen konnte. Inzwischen stehen hier auch eine Vielzahl von Reihenhäusern. Der Name stammt von einem Flurnamen.
„…den trag- und säugenden kühen solle man morgends und abends ihr futter im stall geben, und zwar unter die raufen kleine bührlein machen, damit das kurze futter darinnen nicht in mist falle…“

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Badenstedter Straße (früher Badenstedterweg)
Der Name steht für die direkte Verbindung zwischen Linden und Badenstedt. Schon 1892 bekam die alte Landstraße ihren Namen. Sie reicht von der Egestorffstraße in Linden-Mitte bis zum Kriegerdenkmal von 1870/71, nach gut 3,5 km Länge, am Badenstedter Markt.
Foto: Eine Aufnahme aus dem Jahr 1904. Der Anfang der Badenstedter Straße. Links die Badenstedter Straße und rechts die Egestorffstraße in Linden-Mitte.


Benther-Berg-Straße
Diese Straße führte früher, wie der Name schon sagt, zum Benther Berg. Sie trägt diesen Namen seit 1939.
Der Benther Berg ist ein ca. 3,5 km langer Höhenzug und hat eine Höhe von 173,4 m über NN. Namensgeber ist das Dorf Benthe im Süden. Durch seine unmittelbaren Nähe zur Stadt Hannover und hier besonders zu Badenstedt ist er zu einem wichtigen Ausflugs- und Naherholungsziel geworden.
Besonders bei Mountainbiker, Jogger und Reitern ist dieser Berg sehr beliebt. Des Weiteren kann man sich auf dem „Naturlernpfad Benther Berg“ über die heimische Pflanzen und Tierwelt informieren und es gibt ein Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit.


Brunhildenweg
Der Brunhildenweg gehört seit 1936 zum Nibelungenviertel. Brunhilde ist in der Nibelungensage die Königin von Island. König Gunther von Burgund kann sie mit der Hilfe von Siegfried besiegen, und es kommt zu einer Doppelhochzeit in Worms. König Gunther heiratet Brunhilde und Siegfried Gunthers Schwester Kriemhild.
Infolge eines Streits zwischen den Königinnen Brunhilde und Kriemhild wird Siegfried zur Gefahr für König Gunther, und er wird von Hagen von Tronje getötet.
(Bild: Brunhild von Gaston Bussière 1897)


Burgundische Straße
Die Burgundische Straße war bis 1957 ein Teil der Empelder Straße. Die Burgunder sind im Nibelungenlied ein Volksstamm mit ihrem König Gunther, die um Worms am Rhein siedeln. Im Nibelungenepos geht das Burgundenreich mit dem Tod von König Gunther und seinen Brüdern Gernot und Giselher und seiner Schwester Kriemhild am Hof von Hunnenkönig Etzel unter.

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Carl-Buderus-Straße
Diese Straße wurde erst 1992 nach dem Ingenieur und Filmpionier benannt. Carl Buderus gründete 1887 in der Nähe vom Maschsee die Firma „Buderus u. Co. Kommanditgesellschaft“ (heutiger Sitz in Neustadt am Rübenberge). Im Jahre 1900 verkauft er die florierende Firma für Elektroinstallationen wieder und gründet die „Buderus Kinematographenwerke GmbH Hannover“ (Filmproduktion). Hier wurde u.a. schon 1906 die wahrscheinlich erste Versionen vom „Hauptmann von Köpenick“ gedreht, die Buderus großen Erfolg einbrachte. Um 1910 zieht das Unternehmen dann in die deutsche Filmhauptstadt Berlin.


Carlo-Schmid-Allee
Benannt nach Karl Johann Martin Heinrich „Carlo“ Schmid. Carlo Schmid war Sohn eines deutschen Lehrers und einer Französin. Er wurde am 3. Dezember 1896 in Perpignan im Süden von Frankreich geboren, zog aber schon als Kleinkind nach Deutschland.
Von 1914 – 1918 nahm er aktiv am 1. Weltkrieg teil und kämpfte u. a. in Verdun. Nach dem 2. Weltkrieg trat Schmid in die SPD ein und war von 1949 bis 1972 Mitglied im Deutschen Bundestag. Er starb im Dezember 1979 in Bad Honnef.
Zitat von Carlo Schmid: „Als ich jung war, glaubte ich, ein Politiker müsse intelligent sein. Jetzt weiß ich, dass Intelligenz wenigstens nicht schadet.“

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Diesterwegstraße
Benannt ist die Straße nach dem deutschen Pädagogen Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg (* 29.10.1770; † 07.07.1866). Er setzte sich für eine bessere pädagogische Ausbildung der Volksschullehrer ein, denen damals auch die soziale Anerkennung fehlte. Diesterweg war der Vater von Moritz Diesterweg, dem Gründer des „Diesterweg Verlages“.
Am 02.04.1910 wurde hier der Schulneubau eingeweiht, nachdem das Gebäude in der Grünaustraße zu klein für die wachsende Schülerzahl in Badenstedt geworden war.
Bevor die Straße ihren jetztigen Namen bekam, hieß sie zuerst „Armenhausstraße“ und danach „Selmastraße“.


Drosselgasse
Wurde 1931 benannt. Nach der Vogelfamilie der Drosseln (Turdidae). Drosseln sind eine weltweit verbreitete Familie mit 19 Gattungen und ca. 150 Arten (Schwarzdrossel, Rotdrossel, Singdrossel, Wanderdrossel…). Als Nahrung dienen Würmer, Insekten, Schnecken und im Winterhalbjahr Beeren und Früchte.

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Eichenfeldstraße
Die Eichenfeldstraße wurde 1909 nach einem Flurnamen benannt. Um 1850 war hier noch ein Feldweg, wo junge Bäume (Eichen) aufgezogen wurden. Spätestens aber mit dem Anlegen des Sportplatzes des TVB im Jahre 1926 in der Eichenfeldstraße und dem Errichten der Kirche der Paul-Gerhardt-Gemeinde im selben Jahr, wurde sie zu einer wichtigen Hauptstraße in Badenstedt. Heute führt die Eichenfeldstraße quer durch das „Afrika-Viertel“.


Empelder Straße
Der Name steht für die direkte Verbindung zwischen Empelde und Badenstedt. Empelde ist ein Stadtteil von Ronnenberg und wurde bereits 840 urkundlich erwähnt. Heute ist Empelde mit ca. 12.000 Einwohnern der größte Stadtteil von Ronnenberg.

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Fränkische Straße
1972 benannt nach dem Volksstamm der Franken im Nibelungenlied. In der ältesten Quelle sind die „Nibelungen“ eine Untergruppe dieser Franken. Durch die Erbeutung des Nibelungenhorts wird Siegfried König der Nibelungen. Nach Siegfrieds Tod wandert der Schatz in den Besitz vom Burgundenkönig Gunther, der sich daraufhin auch Nibelungenkönig nennt.


Frerkingweg
1986 nach Johann Frerking benannt. Ferking war ein Schriftsteller, Übersetzter, Kunst-, Theater- und Literaturkritiker und lebte in Hannover von 1883 bis 1971.


Friedrich-Rasche-Winkel
Friedrich Rasche wurde am 7.5.1900 in Radeberg geboren und starb 1965 in Hannover. Er war Sohn eines Malers und Studierte unter anderem Theologie, Philosophie und Germanistik. Ab 1926 war er als Journalist beim „Hannoverschen Anzeiger“ als Kunst- und Theaterkritiker tätig. In der NS-Zeit bekam er Berufsverbot. Nach dem Krieg arbeitete er wieder als Journalist bei der „Hannoverschen Presse“. Außerdem war er Herausgeber zahlloser Publikationen.


Frobeniusweg
Dieser Weg wurde erst 1988 nach dem Afrika-Ethnologen Leo Frobenius (1873 – 1938) betitelt. Ethnologie oder Völkerkunde, erforscht als Wissenschaft die verschiedenen Ethnien bzw. Völker sowie ihre Kulturen.
Frobenius sah die afrikanische Kultur der europäischen als gleichwertig an, wodurch er noch heute großes Ansehen in vielen afrikanischen Staaten genießt. Für seine Zeit sehr ungewöhnlich.

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Giselherweg
Der Weg gehört zum „Nibelungenviertel“, welches 1936 erbaut wurde. Giselher ist in der Nibelungensage der Bruder von König Gunther, Kriemhild (Frau von Siegfried) und Gernot. Giselher war nicht an der Ermordung Siegfrieds beteiligt. Er stirbt aber zusammen mit seinen Brüdern und Hagen von Tronje am Hof von Hunnenkönig Etzel. Etzel ist der 2. Ehemann von Kriemhild. Kriemhild hatte aus Rache dieses Treffen lange geplant.


Grünaustraße
Ernst Heinrich Diedrich Grünau lebte von 1796 bis 1861. 1821, im zarten Alter von nur 23 Jahren, wurde er als Lehrer in Badenstedt eingestellt. Vorher arbeitete er schon als Schulmeister in Bornum. Er unterrichtete von 1823 bis zu seinem Tod im alten Schulgebäude im Kapellenweg 5 (Foto links).
In der Grünaustr. 23 (Foto rechts) lebte Dr. Kurt Schumacher von 1943 – 1948 . Kurt Schumacher war der 1. Vorsitzende der SPD in der Zeit von 1946 – 1952.


Gustav-Schenk-Weg
Gustav Schenk wurde 1905 als Sohn eines Damenschneiders in Hannover geboren und starb 1969. Nachdem er seine Lehre als Buchhändler abgebrochen hatte, verdiente er sich zunächst seinen Lebensunterhalt als Gelegenheitsarbeiter. In der Weimarer Republik spielte er eine aktive Rolle in der Künstlerszene („Mitternachtsbühne“ und Zeitschrift „Wachsbogen“). Zur NS-Zeit ging er nach Worpswede. Nach dem 2. Weltkrieg publizierte er auch Romane und mit großen Erfolg Sachbücher.

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Hagenbleckstraße
Eine alte historische Straße in Badenstedt. Sie bekam ihren Namen 1909 im Jahr der Eingemeindung nach Linden. Er beruht auf einem Flurnamen. Im 19ten Jahrhundert gab es hier in der Nähe ein Gebiet mit dem Namen „Hagenbeks Feld“.


Hans-Joachim-Toll-Weg
Hans Joachim Toll war ein Journalist und Schriftsteller aus Hannover. Er wurde 1900 geboren und starb 1978. Werke von Toll: „Hannover, so wie es war“ und „Hannover für Anfänger“.


Henzeweg
Benannt nach dem Heimatschriftsteller Wilhelm Henze. Geboren am 16.02.1845 in Einbeck und gestorben im März 1918 in Hannover. Henze wächst als Sohn eines Schuhmachermeisters in Einbeck auf und erlernt den „Tapetendruck“. Danach arbeitet er über 30 Jahre in einer Maßstabsfabrik in Hannover und ab 1902 als Rezitator und Schriftsteller.


Hermann-Ehlers-Allee
Hermann Ehlers wurde am 1. Oktober 1904 in Berlin geboren uns starb mit nur 50 Jahren, am 29. Oktober 1954, an den Folgen einer Mandelvereiterung in Oldenburg. Er war ein deutscher Politiker und gehörte der CDU an. Ehlers war von 1950 bis zu seinem Tode der Präsident des Deutschen Bundestages.
Es gibt die Hermann-Ehlers-Stiftung, eine politische Stiftung die der CDU nahe steht.


Huesmannhof
Angelegt wurde dieser Hof im Jahr 1982. Benannt ist er nach der Familie Huesmann, welche hier in der Nähe (genauer an der Ecke Hagenbleckstraße / Riechersstraße) im 18ten Jahrhundert eine Kötnerstelle bewirtschaftete.

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Igelweg
Aus dem „Miegelweg“ wurde der „Igelweg“ (2016)
Igel leben als Einzelgänger und sind überwiegend in der Nacht aktiv. Ihr Speiseplan ist vielfältig und reicht von Insekten, Regenwürmern, Spinnen und Schnecken bis hin zu Fröschen und Mäusen. (Quelle: NABU)


Im Born
1955 angelegt, gibt der Name Aufkunft über den Wasserreichtum in dieser Gegend. „Born“ kann man an dieser Stelle mit „Brunnen“ oder „Quelle“ übersetzen. An dieser Straße befindet sich auch der „Neue Badenstedter Friedhof“, der 1909 eröffnet wurde.


Im Reihpiepenfelde
Wurde 1935 nach einen Flurnamen benannt. Nicht weit von hier gab es im 19ten Jahrhundert das „Rehpiepen Feld“. Es ist anzunehmen, dass man hier oft Rehe treffen konnte. Eine „Pipe“ kann man mit dem englischen Wort „Pipe“ = Rohr oder Röhre übersetzen. Nur dass es sich hierbei um Wassergraben und nicht um Ölleitungen (Pipeline) handelt. Der Flurname könnte sich also daraus entwickelt haben, weil hier ein Rehreiches, mit Bächen zerpflügtes Stück Feld, war.

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Kamerunweg (1937-1959 Kamerunstraße)
Dieser Weg ist nach der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun (1884 – 1916) benannt. Kamerun liegt in Westafrika und grenzt an den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, Gabun Äquatorialguinea und Nigeria. Die Hauptstadt heißt Jaunde und das Land hat eine Fläche von 475.440 km² (Deutschland: 357.021 km²). Seinen Namen hat das Land durch portugiesische Entdecker bekommen. Sie nannten einen Landstrich: „Rio de Camarões“ (Fluss der Krabben). Daraus ist Kamerun entstanden.


Kapellenweg
In diesem Weg stand einst die Badenstedter Kapelle. Erste Nachrichten darüber gibt es schon seit 1663. Diese erwähnte Kapelle wurde allerdings abgerissen und durch den Neubau (Foto) ersetzt. Wie die alte Kapelle hatte auch die neue einen rechteckigen Grundriss (7,21m x 6,95m).
Sie diente den Badenstedtern bis 1912. Danach fand der Gottesdienst wegen der gewachsenen Gemeinde in der Diesterwegschule statt. 1926 wurde die Kapelle dann ebenfalls abgerissen.


Karl-Jakob-Hirsch-Weg
Karl Jakob Hirsch (Pseudonyme Joe Gassner und Karl Böttner) wurde am 13.11.1892 in Hannover Geboren und starb 1952 in München. Er war Schriftsteller und Künstler. Hirsch studierte in München Malerei und hielt sich anschließend in Worpswede und Paris auf. Er nahm von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Hirsch (sein Vater war Jude) 1934 zunächst in die Schweiz und 1936 in die USA. 1948 kehrte er nach Deutschland zurück.
Werke von Hirsch: „Kaiserwetter“ (Roman)


Karl-Thürmer-Weg
Karl Thürmer lebte von 1899 bis 1975. Er hat aktiv nach dem 2. Weltkrieg am Wiederaufbau Badenstedts mitgewirkt und war an der Neugründung der SPD beteiligt. Die Straße bekam erst 1991 ihren jetzigen Namen.


Katrin-Sello-Weg
Katrin Sello wurde 1941 in Berlin geboren, wuchs in Hamburg auf und studierte Kunstwissenschaft und Germanistik in München und Berlin. Von 1976 bis 1989 war sie Direktorin des Kunstvereins Hannover. Sie starb 1992 in Hannover. Katrin Sello ist begraben auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover.


Kolpingstraße
Adolph Kolping (geb. am 08.12. 1813 in Kerpen; gest. 04.12 1865 in Köln) war ein deutscher katholischer Priester und Begründer des Kolpingwerkes. Das Kolpingwerk ist ein internationaler katholischer Sozialverband.
Es gibt in Deutschland allein 260 Kolpinghäusern, 200 Einrichtungen des Kolping- Bildungswerkes und 9 Familienferienstätten. Ein Kolpinghaus steht in der City von Hannover in der Escherstr. 12.
Am 27. Oktober 1991 wurde Kolping von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.


Körtingsdorf
Die Brüder Ernst und Berthold Körting gründeten die Firma „Gebrüder Körting“ (Injektoren und Dampfstrahlapparate wurden gebaut) im Jahre 1871 und zogen 1889 in die Badenstedter Straße. Hier gab es einen Bahnanschluss und ab 1894 die elektrische Straßenbahn.
Ende des 19ten Jahrhunderts wurde gegenüber der Fabrik eine Arbeitersiedlung angelegt. Diese wurde im Jahre 1895 unter dem Namen „Körtingsdorf“ amtlich eingetragen. Das Gelände gehörte Bornumern, die das Land an die Gebrüder Körting verkauften.
Heute erinnern nur noch 2 Häuser (Foto), seit 2003 die Grundschule Gebrüder-Körting und eben der Straßenname an diese Siedlung.
Die Firma Körting hat ihren Sitz jetzt in der Badenstedter Straße 56.


Körtingsdorfer Weg
Ist der alte Weg von Körtingsdorf nach Bornum. Für Kraftfahrzeuge ist der Weg nach Bornum gesperrt. Nur der Linienbus, Fahrräder und Fußgänger dürfen am Ende des Weges die „Grenze“ nach Bornum passieren.
Foto: Das „Tor“ nach Badenstedt (von Bornum).


Kriemhildenweg
1936 benannt nach Kriemhild, der Frau von Siegfried im Nibelungenlied. Kriemhild lebt mit ihren drei Brüdern Gunther, Gernot und Giselher am Hof zu Worms. Sie heiratet im Laufe des Nibelungenliedes Siegfried. Nachdem dieser von Hagen von Tronje ermordet wird, schwört sie Rache.
Im 2. Teil des Nibelungenliedes heiratet Kriemhild den Hunnenkönig Etzel und verschafft sich damit Macht. Sie lädt ihre Brüder und Hagen von Tronje zu einem Fest ein, wo letztentlich alle Hauptfiguren den Tod finden. Kriemhild inbegriffen.

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Lenther Chaussee
Der Name steht für die direkte Verbindung zwischen Badenstedt und Lenthe. Früher ein Teil der Lenther Straße. Im Moment ist ein Teil der Lenther Chaussee gerade eine Baustelle und nur als Einbahnstraße zu befahren. Entlang der Lenther Chaussee wurde im Februar 2008 eine Amphibienleiteinrichtung (Foto) fertig gestellt.
Der Begriff Chaussee stammt aus dem französischen (chaussée) und ist eine veraltete Bezeichnung für Landstraße. Als Chausseen bezeichnete man gut ausgebaute, gradlinige Straßen.


Lenther Straße
Stand früher für die direkte und schnellste Verbindung zwischen den Dörfern Badenstedt und Lenthe. Früher hieß die Straße mal „Lenther Weg“. In Lenthe befindet sich das Geburtshaus von Werner von Siemens (1816 – 1892) dem Gründer der Siemens AG.
Zeitungsartikel der HAZ vom 12/2009:
„Anwohner fordern Verkehrsberuhigung. Die Lenther Straße in Badenstedt sei ein beliebter Schleichweg für Raser.“


Wurde umbenannt!
Lettow-Vorbeck-Allee jetzt Namibia-Allee (01.11.2013)
Benannt nach Paul Emil von Lettow-Vorbeck (* 1870 – † 1964). Er war preußischer Generalmajor und wurde bekannt als Kommandeur der „Schutztruppe“ in Deutsch-Ostafrika (heute die Staaten Tansania, Ruanda und Burundi) im Ersten Weltkrieg.
Dort wurde er zum Kriegsheld und nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde ihm in Berlin ein triumphaler Empfang bereitet. 1920 schied er wegen der Teilnahme am Kapp-Putsch aus dem aktiven Militärdienst aus.
Lettow-Vorbeck begrüßte die Machtergreifung Hitlers und trat auch auf Veranstaltungen der NSDAP auf. Ist aber nie in die NSDAP eingetreten.
Nach dem Krieg 1956, wurde v. Lettow-Vorbeck zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Saarlouis ernannt (heute laufen Anträge wegen einer Aberkennung).

Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Allee:
Der Bezirksrat sieht die Voraussetzungen zur Umbenennung der „Lettow-Vorbeck-Allee“ als gegeben an, weil dem Namensgeber mit seinen Handlungen viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sowie Rassismus und Kriegsverbrechen anzulasten sind. Eine Umbenennung soll im Einvernehmen mit den Anwohnerinnen und Anwohner vorgenommen werden. Sie sollen über die Notwendigkeit der Umbenennung informiert werden und an der Auswahl des Vorschlages beteiligt werden, indem sie Namensvorschläge einreichen können (Quelle: spd-badenstedt.de).


Ludwig-Richter-Straße
Die Straße ist nach Adrian Ludwig Richter benannt. Richter wurde 1803 in Dresden geboren wo er auch 1884 starb. Er war ein bedeutender Maler und Zeichner der Deutschen Romantik und des Biedermeier.


Lyraweg
Nach Justus Wilhelm Lyra, geboren 1822 in Osnabrück und gestorben 1882 in Gehrden. Lyra war Pastor in Wittingen, Bevensen und eben Gehrden. Bekannt wurde er allerdings durch sein musisches Werk.
1843 komponierte er die Melodie zu Emanuel Geibels Gedicht „Der Mai ist gekommen“. In Osnabrück, in Gehrden und in Lübeck (Geburtsort von E. Geibel) wird das Lied am Vorabend des 1. Mai bis heute öffentlich gesungen.

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Margot-Matthias-Straße
Südlich der B65 ist eine neue Straße gebaut worden (2015). Neben dem Flüchtlingsheim sind Reihenhäusern in der „Margot-Matthias-Straße“ geplant.
Info zu Margot Matthias, geb. Seyfarth:
Geboren 1924 in Göttingen, gestorben am 18. April 2009 in Hannover, war über 30 Jahre bei amnesty international engagiert. 1966 gründete sie amnesty international Hannover und war mehr als 20 Jahre lang Bezirkssprecherin. In Anerkennung ihres Wirkens für Frieden und Menschenrechte erhielt sie 1999 die Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover.
(Quelle: Pressemitteilung der LH Hannover vom 21.04.2009)


Mattfeldstraße
In Badenstedt gab es einmal einen Vollmeier (* 1847 – † 1872) mit dem Namen Mattfeld. Er wohnte in der Lenther Str. 19/23. Nach dieser Familie ist die Mattfeldstraße benannt.


Wurde umbenannt!
Miegelweg jetzt Igelweg
(von 1961 – 65 ein Teil der Straße „Körtingsdorf“)
Agnes Miegel (* 9. März 1879 in Königsberg; † 26. Oktober 1964 in Bad Salzuflen) war eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin und bedeutende Balladendichterin.
Ihre Heimat war Königsberg (heute Kaliningrad), welche sie aber im Frühjahr 1945 verlassen musste. 1948 landete sie schließlich in Bad Nenndorf und wirkte dort bis zu ihren Lebensende.
Nachdem Krieg war sie Namensgeberin für zahlreiche Schulen und Straßen. In letzter Zeit gibt es in einigen Städten Umbenennungsbestrebungen auf Grund ihrer Haltung zum Nationalsozialismus. Wie beispielsweise in Erlangen.
Agnes Miegel und der Nationalsozialismus:
Agnes Miegel war eine bekennende Verehrerin der NSDAP und von Adolf Hitler. Sie wurde 1933 Mitglied in der nazistischen Deutschen Akademie der Dichtung und 1940 Mitglied in der NSDAP.

NEU: Der Miegelweg (2016) in Badenstedt wird, wie vom Beirat „Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ empfohlen, umbenannt.

Begründung
Der aufgrund des entsprechenden Ratsbeschlusses eingesetzte Beirat „Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ empfiehlt in seinem jüngst vorgelegten Gutachten die Umbenennung des Miegelwegs in Badenstedt. Zur Namensgeberin Agnes Miegel (1879-1964; Dichterin in Königsberg, seit 1946 Apelern, 1948 Bad Nenndorf) stellt er fest:

Agnes Miegel war als Dichterin in Königsberg einer unpolitischen Heimatdichtung verpflichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte in ihrer literarischen Entwicklung eine übersteigerte Ostpreußen-Hymnik ein. Ihre nationalistisch eingebettete Heimatverbundenheit ließ sie in das Kielwasser der NS-Ideologie geraten.

(2) Nach 1933 Mitgliedschaften
Miegel übernahm Vorstandsfunktionen in dem auf Veranlassung des Propagandaministers gegründeten Reichsverband Deutscher Schriftsteller. In der NS-Frauenschaft (1937) und der NSDAP (1940) wurde sie Mitglied.

(3) Nach 1933
Miegel stellte ihre Dichtung in den Dienst des Regimes. Sie „zeigt ihre freudige und dankbare Bejahung des Drittes Reiches, ihre verehrungsvolle Liebe zu unserem Führer und Helden Adolf Hitler“ in dem Huldigungsgedicht „Dem Führer!“ (1938). Völkische, nationalistische und antisemitische Tendenzen kommen in „Werden und Werk“ (1938) mehrfach zum Ausdruck. Reichsleiter Martin Bormann, einer der höchsten Repräsentanten der NSDAP, spricht im Jahr 1938 ein Grußwort zum 60. Geburtstag der Dichterin im Reichssender Königsberg. Hitlers Feldzug gegen Polen begleitete Miegels Gedichtband „Ostland“ (1940) kriegsverherrlichend. Nach Kriegsende hat Miegel es abgelehnt, sich öffentlich mit ihrer NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen (Zitat: „Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemandsonst.“).

(4) Fazit
Miegel war eine kontinuierlich arbeitende Stütze des NS-Regimes im publizistischen Betrieb der Diktatur seit 1933. Sie hat aktiv den Nationalsozialismus vertreten und die Verherrlichung des „Führers“ literarisch gestaltet. Miegel hat damit im Bereich der Kultur das NS-Regime als Unrechtssystem, auch mit Blick auf den Antisemitismus, maßgeblich gefördert.
(Quelle: https://e-government.hannover-stadt.de/)

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Namibia-Allee
Seit dem 01. November 2013 hat Badenstedt diesen neuen Straßennamen. Nach jahrelangen Streit ist aus der Lettow-Vorbeck-Allee die Namibia-Allee geworden.
Namibia ist ein Staat in südlichen Afrika. Die Hauptstadt ist Windhuk (Windhukstraße ebenfalls in Badenstedt).
Von 1884 bis 1915 war Namibia unter dem Namen „Deutsch-Südwestafrika“ eine deutsche Kolonie. In Deutsch-Südwestafrika kam es im Jahre 1904 bis 1908 zum Aufstand der „Herero und Nama“, der in der Wissenschaft als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts gilt. (Foto: Flagge Namibia)


Nauheimer Straße
Wurde 1937 nach einem bekannten Solbad benannt. Die Stadt Bad Nauheim im Taunus ist hier gemeint. Bad N. liegt in Hessen, genauer gesagt im Regierungsbezirk Darmstadt und hat ca. 31.000 Einwohner. Der bekannteste Einwohner dieser Stadt war Elvis Presley der während seiner Militärzeit (stationiert im benachbarten Friedberg) in Bad N. gewohnt hat.
Website Bad Nauheim


Nibelungenweg
1958 benannt nach dem Nibelungenlied. Das Nibelungenlied ist ein mittelalterliches Heldenepos und wird auch oft als „Nationalepos der Deutschen“ bezeichnet. Es entstand im 13. Jahrhundert und beschreibt in seinem historischen Kern die Zerschlagung des Burgunderreiches im Raum Worms um 436 n. Chr. durch die Römer und hunnischer Truppen.
Das Nibelungenlied besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil handelt von Siegfried, seinen Abenteuern, der Hochzeit mit Kriemhild, bis zu seinem Tod durch Hagen von Tronje. Der zweite Teil handelt von Kriemhilds Rache und den Untergang des Burgundische Reiches.

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Ostafrikastraße
Ist seit 1937 benannt nach der ehemaligen deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (1885 – 1918). Heute die Staaten Tansania (Festlandsgebiet ohne Sansibar), Ruanda und Burundi. Sie war die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches.


Paulingstraße
Benannt nach der Familie Pauling. Diese Familie lebte seit 1710 auf dem Grundstück Empelder Str.1, heute neben dem Badenstedter Markt.
Karl Pauling war einer von wenigen, die am 21.08.1908 gegen eine Eingemeindung nach Linden votierte. Er war zu diesem Zeitpunkt nach der Aktiengesellschaft „Egestorfshal“ zweitgrößter Steuerzahler in Badenstedt.
Foto: Das Haus der Familie Pauling heute


Petermannstraße
Der Name stammt aus dem Volksmund und wurde 1925 amtlich. Um 1850 war es noch ein Feldweg und bekam erst mehr Bedeutung mit dem Bau der Arbeitersiedlung „Körtingsdorf“ im Jahre 1890.
In der Zeit von 1928 bis 1931 entstand an der Petermannstraße die Siedlung für Kinderreiche. Diese Reihenhäuser mit kleinem Garten waren ausschließlich für Familien mit mindestens 4 Kindern.


Plantagenstraße
Die Bebauung der Plantagenstraße begann 1908 mit dem Haus Nr. 18. Es diente als „Lehrerhaus“ für die Lehrer in den beiden Badenstedter Schulen in der Grünau- und Diesterwegstraße. Den Namen hat die Straße durch die Himbeerplantagen des Brennereibesitzers Christian Niemeyer, welche hier gestanden haben sollen.

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Remarqueweg
Benannt nach Erich Maria Remarque, eigentlich Erich Paul Remark, war ein deutscher Autor. Geboren am 22. Juni 1898 in Osnabrück und gestorben am 25 September 1970 in Locarno (Schweiz).
Im Jahre 1929 wird er schlagartig weltberühmt mit dem Erscheinen seines Romans „Im Westen nicht neues“. Dieses Buch wird in über 50 Sprache übersetzt und bereits 1930 in Hollywood verfilmt. 1932 verlässt Remarque Deutschland in Richtung Schweiz. 1938 wird ihm von den Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1947 nimmt Remarque die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er bekommt 1967 das Große Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Erich Maria Remarque ist bis heute einer der meist gelesenen deutschen Schriftsteller.
Zitat von Remarque: „Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich ‚rausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hineingehen müssen“
(Foto: M. Dietrich u. E. Remarque; Quelle: Flickr)
Remarque und Hannover: Im Jahre 1922 zieht Remarque nach Hannover, wo er als Werbetexter und Redakteur für die Continental-Gummiwerke arbeitet. Im Auftrag dieser Firma bereist er unter anderem die Schweiz, Italien, England, Belgien und die Türkei. 1925 wechselt er seinen Wohnsitz und zieht nach Berlin.


Riechersstraße
An dieser Straße lag der Hof des Kötners Friedrich Ludwig Richers. Aus diesem Grund trägt die Straße heute diesen Namen. Das heutige Hofgebäude entstand im Jahre 1911 nach einem Brand neu.


Rohlfsstraße
Gerhard Rohlfs (* 1831 – † 1896) war ein deutscher Afrikareisender und Schriftsteller. Rohlfs war von 1855 – 1860 in der Fremdenlegion und machte hier erste Erfahrungen mit dem afrikanische Kontinent. Danach bereiste er als Zivilist und verkleideter Mohammedaner den Norden Afrikas. Er hatte den Ruf eines Abenteurer und Haudegen. Berühmt wurde der Publikumsliebling durch seine fesselnden Reiseberichte.
Website


Rothenfelder Straße
Wurde 1937 nach einem bekannten Solbad benannt. Hier ist die Stadt Bad Rothenfelde am Teutoburger Wald gemeint. Bad R. liegt im Regierungsbezirk Osnabrück (Niedersachsen) und hat nur ca. 7.300 Einwohner.
Website Bad Rothenfelde


Rüdigerweg
1937 benannt nach Rüdiger von Bechelaren, einer Person aus dem Nibelungenlied. Er tritt erst im zweiten Teil in Erscheinung (nach Siegfrieds Tod) und ist ein Untertan vom Hunnenkönig Etzel. Er verwaltet das Gebiet östlich der Enns (ein Nebenfluss der Donau). Rüdiger wirbt für Etzel bei König Gunther um die Hand von Kriemhild (Witwe von Siegfried). Auch Rüdiger stirbt am Schluss der Sage am Hof von Etzel. Gernot, ein Bruder von Gunther, und Rüdiger töten hierbei einander.

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Safariweg
Auch der Safariweg ist benannt nach den schon hier ansässigen afrikanischen Straßennamen (1965). Unter Safari (Safari ist ein Suaheli-Wort für „Reise“) verstand man ursprünglich eine Jagdreise in Afrika, bei der gewöhnlich Großwild erlegt wurde.


Salinenstraße
Die Salinenstraße (1909) führte von der Badenstedter Straße zur Saline „Egestorffshall“. 1831 began der Industrielle Georg Egestorff mit der Erschließung der Salzvorkommen. Erst 1965 wurde der Betrieb eingestellt und die Saline abgerissen. Heute führt die Straße zum Vereinsgelände des TVB.


Salzdetfurther Straße
Wurde 1937 nach einem bekannten Solbad benannt. Bad Salzdetfurth ist eine Stadt von ca. 10.400 Einwohnern und liegt im Landkreis Hildesheim.
Salz wurde hier angeblich ab 1194 abgebaut und wurde erst 1992 eingestellt.
Website Bad Salzdetfurth


Salzhemmendorfer Straße
Wurde 1939 nach einem bekannten Solbad benannt. Es ist hier die Gemeinde Salzhemmendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont gemeint. S. wurde aus früher elf eigenständigen Gemeinden mit der Gebietsreform von 1973 zur Gemeinde Salzhemmendorf verschmolzen. S. hat ca. 10.500 Einwohner und ist ein staatlich anerkannter Kurort mit Solekurbetrieb.
Website Salzhemmendorf


Salzweg
Erst 1957 bekam der Weg seinen heutigen Namen. Er entstand um ca. 1850 als einfacher Feldweg und führte zur Saline „Egestorffshall“. Von 1909 bis 1957 hieß dieser Weg „Bruchweg“.


Salzwiesen
Am 22. November 1779 schieb der Botaniker Friedrich Ehrhart im „Hannoverschen Magazin“ einen Artikel mit folgenen Inhalt:
„Vorigen Sommer fand ich auf meinen botanischen Sonntagsexcursionen am Wege von Linden nach Davenstedt einige Pflanzen, die ich zuvor nur bey Salzquellen und am Seestrande, oder an solchen Stellen, die nicht weit von diesen entfernt oder doch ehemals mit Salzwasser bedeckt waren, kurz, nur da, so das Kochsalz gefunden wurde…“
Georg Egestorff baute gut 50 Jahre später aufgrund dieses Berichtes die Saline Egestorffshall (1831 – 1965) auf Badenstedter Gebiet. Die Straße hat ihren Namen seit 1957.


Savannenweg
Wurde benannt (1965) nach den schon hier ansässigen afrikanischen Straßennamen (Kamerunstr., Togoweg,…). Savannen sind besonders in Afrika stark verbreitet. Die bei uns besonders bekannte Savanne ist die Serengeti. Savanne bedeutet so viel wie „weite Ebene“.

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Schildtstraße
Seit 1927 nach Melchior Schildt benannt. Von 1909 bis 1927 verlief hier die Schaperstraße. Melchior Schildt lebte von 1592 oder 1593 bis 1667. Er wurde in Hannover geboren und starb auch hier. Von Beruf war er Komponist und Organist. Nach seiner Ausbildung in Amsterdam hatte er mehrere Anstellungen bevor er nach Hannover zurück kam, um die Stelle seines Vaters als Organist an der Marktkirche zu übernehmen. Diese behielt er bis zu seinem Tod.
Fast alle Orgelwerke von Schildt sind Choralbearbeitungen.


Siegfriedplatz / Siegfriedweg
1936 benannt nach Siegfried von Xanten. Siegfried ist der eigentliche „Held“ im Nibelungenlied. Er bestreitet mehrere Abenteuer, wobei er unter anderen den Nibelungenschatz erbeutet und einen Drachen tötet. Nachdem er im Blut des Drachen gebadet hat, ist er am ganzen Körper unverwundbar. Bis auf eine Stelle auf seinem Rücken, wo während seines Bads ein Lindenblatt klebte.
Diese Stelle wird Siegfried im Laufe des Nibelungenliedes zum Verhängnis. Nach Streitigkeiten zwischen Siegfrieds Ehefrau Kriemhild und der Königin der Burgunden Brunhild, wird er von Hagen von Tronje getötet.


Sintenisweg (von 1961 – 65 ein Teil der Straße „Körtingsdorf“)
Renée Sintenis (* 20. März 1888 in Glatz; † 22. April 1965 in Berlin; gebürtige Renate Alice Sintenis) war eine deutsche Bildhauerin und Grafikerin.
Sie schuf vor allem kleinformatige Tierplastiken, weibliche Aktfiguren und Sportstatuetten. Unter anderem war eine ihrer Plastiken Vorbild für den „Goldenen Bären“, dem Preis der Berlinale (Berliner Filmfestspiele).
Als burschikoser Frauentyp der Zwanziger Jahre erregte sie Aufsehen und Bewunderung. Renee Sintenis wurde 1934 von den Nationalsozialisten aus der Deutschen Akademie der Künste ausgeschlossen. 1953 erhielt sie das Großes Bundesverdienstkreuz und wurde 1955 in die wieder gegründete Akademie der Künste Berlin-West aufgenommen.
Zu ihrem Freundeskreis gehörten u.a. die Schriftsteller Rainer Maria Rilke und Joachim Ringelnatz.


Sonnenscheinhof
Dr. Carl Sonnenschein (* 15. 07. 1876 in Düsseldorf; † 20. 02. 1929 in Berlin) war ein katholischer Priester, der durch sein Auftreten im Arbeitermilieu bekannt wurde.


Spengemannweg
Nicht nach „Carsten Spengemann“, sondern 1986 nach Christof Spengemann benannt. Spengemann wurde 1877 in Hannover geboren und starb 1952 auch hier. Von Beruf war er Werbegrafiker, Kunstkritiker und Schriftsteller. Er war Mitherausgeber der literarischen Zeitung „Der Zweemann“ und ein enger Freund von Kurt Schwitters. Im August 1936 wurde er, seine Frau Luise und sein Sohn Walter von der Gestapo verhaftet.


Starenweg
Hieß von 1931 – 1960 Starengasse. Nach dem Vogel Star (Sturnidae) benannt. Er ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet und erreicht eine Körpergröße von 19 – 22 cm. Stare sind sehr gesellige Vögel und verdunkeln in riesigen Schwärmen oft den Himmel. Seinen Nahrung besteht aus Würmern, Insekten, Schnecken und im Herbst auch oft aus Kirschen und Weintrauben. Dadurch hat er sich vielerorts unbeliebt gemacht.


Sternheimweg
Nach Carl Sternheim benannt. Carl Sternheim wurde am 1.4.1878 in Leipzig geboren und starb am 3.11.1942 in Brüssel. Er war ein deutscher Dramatiker und Autor von Erzählungen. Er wuchs in Hannover und Berlin auf, studierte in München, Göttingen und Leipzig (ohne Abschluss).
Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Hyperion“ (1908), wo ein damals noch unbekannter Franz Kafka seine ersten Prosastücke veröffentlichte. Die Texte von Carl Sternheim wurden 1933 in Deutschland verbrannt.


Suttnerweg
1965 nach Bertha Sophia Felicia Baronin von Suttner (* 1843 – † 1914), geb. Gräfin Kinsky von Chinic und Tettau benannt.
Sie war eine überzeugte Pazifistin und die erste Frau, die 1905 den von Ihr angeregten Nobelpreis verliehen bekam (von Suttner war kurze Zeit Privatsekretärin von Alfred Nobel). Des Weiteren gründete Sie 1892 die „Deutsche Friedensgesellschaft“ und war Schriftstellerin (Pseudonyme: B. Oulot). Sie ist auf der österreichischen 2-Euro-Münze abgebildet (Foto).

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Togoweg
Togo war in der Zeit von 1884 – 1914 eine deutsche Kolonie. Togo liegt in Westafrika und grenzt an Ghana, Benin und Burkina Faso. Die Hauptstadt heißt Lomé.


Tronjeweg
1936 benannt nach Hagen von Tronje. Im Nibelungenlied ist er ein Verwandter von König Gunther und ein wichtiger Berater des Königs.
Hagen hat im Nibelungenlied zwei „Gesichter“. Zum einen ist er ein heldenhafter Kämpfer und treu seinem König ergeben. Zum anderen wird er als düster und verschlagen dargestellt. Er kann Siegfried töten, nachdem er durch eine List die einzige verletzliche Stelle durch Siegfrieds Ehefrau Kriemhild herausgefunden hat. Diese schwört daraufhin Rache und kann auch Hagen am Ende des Nibelungenliedes als letzten der Helden im Kerker ihres zweiten Mannes dem Hunnenkönig Etzel töten.
(Foto: Das Hagendenkmal am Wormser Rheinufer; Quelle: Flickr)

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Wichernstraße
Benannt nach Johann Hinrich Wichern (* 1808 – † 1881). Er war ein bedeutender deutscher Theologe seiner Zeit. Er begründete die Innere Mission der Evangelischen Kirche und war ein Berater von Friedrich Wilhelm IV bei der Erbauung des“Preußischen Mustergefängnis Moabit“, deren Direktor er auch war.
Desweiteren gilt er als Erfinder des Adventskranz. Der Erzählung nach erbaute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 4 großen und 19 kleinen Kerzen. Für jeden Tag bis zum Heiligen Abend eine. So konnten seine Kinder die Tage bis Weihnachten selbst abzählen und mussten nicht immer nachfragen.


Windhukstraße
Die Windhukstraße existiert in Badenstedt seit 1959. Sie ist benannt nach der Hauptstadt von Namibia: Windhuk. Namibia war in der Zeit von 1884 bis 1915 unter dem Namen „Deutsch Südwestafrika“ bekannt und Deutsche Kolonie.
In Namibia kam es 1904 auch zum geschichtsträchtigen Aufstand der Herero, welcher von General von Trotha niedergeschlagen wurde. 100 Jahre später entschuldigte sich die Familie von Trotha beim Volk der Herero mit den Worten: „Wir schämen uns für die fürchterlichen Ereignisse, die sich vor einem Jahrhundert in Namibia abgespielt haben“.


Woermannstraße
Diese Straße ist nach dem Hamburger Kaufmann und Politiker Adolph Woermann benannt. A. Woermann (* 1847 – † 1910) war als „Übersee-Kaufmann“ maßgeblich an der Einrichtung der deutschen Kolonien in Afrika beteiligt.
Das bekannte Afrikahaus in Hamburg war Firmensitz der Reederei Woermann und befindet sich noch heute in Familienbesitz.


Wolkerhof
Ludwig Wolker (* 08.04 1887 in München; † 17.07 1955 in Cervia/Italien) war eine führende Gestalt der katholischen Jugendbewegung und Mitbegründer des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ).
Der Deutsche Sportbund (DSB) zeichnet seit 1980 alle zwei Jahre mit der Ludwig-Wolker-Plakette eine Persönlichkeit aus, die sich in hervorragender Weise für das Ethos und die Menschenwürde im Sport eingesetzt hat.


Wulfeshorn
Trägt diesen Namen seit 1914 (vorher Teil der Riechersstraße). Nach einem Flurnamen (siehe unten) benannt. Wulf ist ein altes Wort für Wolf. Horn ist in diesem Fall ein spitz zulaufendes Ackerstück. Vor vielen Jahren wurden wohl an dieser Stelle öfter Wölfe gesichtet.

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Zeisigweg
Hieß von 1931 – 1960 Zeisiggasse. Der Zeisig (Carduelis) gehört zur der Familie der Finken. Er kommt in weiten Teilen Europas vor. Mit einer Körpergröße von 11 – 13 cm ist er ein sehr kleiner Vogel. Zeisige ernähren sich überwiegend von Samen, aber auch kleinen Insekten.


Ziesenißstraße
Diese Straße ist nach Friedrich Zieseniß benannt. Zieseniß war der letzte Badenstedter Gemeindevorsteher vor der Eingemeindung nach Linden und Gründer des Bauunternehmen Zieseniß in der Badenstedter Straße, welches 1879 gegründet wurde und erst 2002 geschlossen wurde.

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